Olaf Kerber´s Tierfotografie, Naturfotografie, Landschaftsfotografie und mehr

Der Seeadler - white-tailed eagle - Haliaeetus albicilla

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Der Seeadler ist schon aus größerer Entfernung gut erkennbar. Mit seiner schieren Größe, einer Körperlänge bis knapp unter einem Meter ist er fast ebenso so groß wie ein Weißstorch, aber dafür wesentlich massiger. Seine Flügelspannweite beträgt bis knapp unter 2,70m bei einem Gewicht zwischen 3-7kg (ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus in Größe und Gewicht).

Das Gefieder ist überwiegend braun mit hellerem, hellbraunem oder beigefarbenem Hals, oberem Brust- und Rückengefieder, der Fang und Schnabel sind kräftig und bei adulten Tieren auffallend gelb, während junge Seeadler dunkelbraun sind, aber Fänge und Schnabel dunkelgrau. Außerdem zeichnet sich ein adulter Seeadler noch durch einen kräftigen, keilförmigen weißen Stoß aus. Aus großer Entfernung oder größerer Höhe sind Stoß und Hals kaum wahrnehmbar, sodaß sich das Flugbild als „fliegendes Brett“ beschreiben lässt. 

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Zum Verbreitungs- und Brutgebiet der Seeadler gehören große Gewässer (Küsten), große Seen und Flüsse, sowie im Binnenland ausgedehnte Seenlandschaften (Müritz und Oberlausitz mit starken Beständen). 

Für mich ist die am nächstgelegene Möglichkeit und auch Brutgebiet der Seeadler, das Steinhuder Meer oder der Dümmer See. Insbesondere am Steinhuder Meer sind die Chancen auf ein paar gute Motive TOP. Besser geht bekanntlich immer, aber dazu müßte ich dann wohl auch wesentlich weiter fahren (Mecklenburger Seenplatte, Nordsee, Ostsee und auch an die Elbe oder Weser). Nicht nur das ansässige Brutpaar ist am Steinhuder Meer gut zu beobachten, auch aus der westlich gelegenen Weseraue kommen hin und wieder Seeadler bzw Jungadler an das Steinhuder Meer. Es beeindruckt mich immer wieder, wenn der "König der Lüfte" im Idealfall knapp 50m am Beobachtungsturm vorbeifliegt - man hält quasi den Atem an und Glücksgefühle überkommen einen. 

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Zur Nahrung des Seeadlers gehören Fische und Wasservögel (bis zu einer Größe von Graugänsen), sowie Aas. Sobald sich der König der Lüfte nähert verlassen sofort alle Enten und Gänse fast schon panisch die Wasserfläche, werden dann aber auch nicht weiter verfolgt. Kranke oder schwache Tiere würden hier unweigerlich auffallen und wären leichte Beute. Der Seeadler, dessen Größe eventuell behäbig und träge wirken könnte, schlägt allerdings auch Gänse oder gar Reiher im freien Flug oder jagt anderen Beutegreifern Ihre Beute ab. Um an Aas zu gelangen beobachten Seeadler u.A. auch Ansammlungen von Raben/ Krähen, die sich gern in größeren Gruppen am Aas zu schaffen machen, mitunter gilt dies aber auch umgekehrt und ein Seeadler mit Beute hat schnell mal mehre Rabenkrähen bei sich, die ihm die Beute streitig machen wollen! 

Während in den 60er Jahren durch die Verwendung des Insektizids DDT zu Bestandeinbrüchen kam, hat sich durch den Verbot von DDT der Bestand wieder erholt, aber ein weiterer Killer ist die durch Jäger verwendete Bleimunition. Frisst der Seeadler Aas bzw. die hinterlassenen Innereien des „Bleiopfers“ so reichen kleinste Rückstände an Blei, um den Seeadler so schwer zu schaden das er jämmerlich zu Grunde geht. Hin und wieder gelingt es ökologischen Schutzstationen solche Opfer, wenn sie denn frühzeitig gefunden und aufgenommen werden, noch zu retten und später wieder aus zu wildern. 

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Ein Seeadlerpaar bleibt ein Leben lang zusammen und lebt quasi in Dauerehe, wobei vor allem im Winter immer wieder Balzflüge zu bestaunen sind. Diese Riesen der Lüfte glänzen durch beeindruckende und wendige Flugmanöver (Beobachtung Januar 2018), die man ihnen, ob Ihrer Große, gar nicht zutrauen mag.

  Jungvögel (immature Seeadler) können mitunter auch mal in das Revier eines Paares eindringen und finden nur beiläufig Beachtung. Anders wär es z.B. bei einem ausgewachsenen Seeadler. Dieser würde sofort attackiert und aus dem Revier vertreiben, wobei es da auch zu heftigen Kämpfen bis hin zum Tod kommen kann.

Viel Spaß beim Betrachten der Seeadlerfotos...